Lina Hofstädter: »Lustenauer Idyllen«

Verfasst am 27.12.2009 von admin

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2003 veröffentlichte die gebürtige Lustenauerin Lina Hofstädter diese Sammlung kurzer Prosatexte über ihre Heimatgemeinde. Illustriert sind die textlichen “Idyllen” durch Schwarzweißfotografien von Gertrud Linder.

Hier drei Textproben:

Das Labyrinth I: Das bekannteste Wahrzeichen Lustenaus ist sein Straßensystem. Fragt man Fremde, die hier durchgekommen sind, woran sie sich erinnern, kommt stereotyp die Antowrt: “Ich habe mich verfahren.” So sieht jeder Besucher mehr von Lustenau, als ihm lieb ist.

Lamm’s Fanni: Früheste Ansätze zu ökologischem Denken hätte man schon vor Jahrzehnten bei der alten Wirtin vom Gasthaus Lamm entdecken können, hätte damals jemand gewusst, was Ökologie bedeutet. Das Bier kostete bei ihr einen Schilling weniger, wenn man aus der Flasche trank und auf’s Glas verzichtete.

Datenschutz: Ein Lustenauer kommt mit einem einfachen Bücherregal aus, welches jedoch in der Nähe des Sitzplatzes angebracht sein muss. Nur so hat er beim Gespräch schnell den Zugriff zu sämtlichen Bänden des “Lustenauer Adressbuches”, welches alle Gemeindebürger nach Herkunft und Adresse, Familienbezeichnungen und Alter auflistet. Dem echten Lustenauer ist eine exakte Genealogie das höhere Gut als der Datenschutz. Man will schließlich wissen, mit wem man es zu tun hat.

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