»Briennt amôl a-n-eltrs Huus…«

Verfasst am 10.01.2010 von luschnou

“…d’Füürweyr sorgat jedrzit, dach dar Mänsch ko Schado lit …” – im bekannten Lustenauer Lied “Z’Luschnou duss am jongo Rhin” zählt der Dichter Hannes Grabher gehört die Lustenauer Feuerwehr (und ihre vielen früheren Einsätze bei alten Häusern …) zu den Lustenauer Eigenheiten neben der Sprache, dem Schmuggeln, den schönen Mädchen und der positiven Grundhaltung und Zuversicht “Z’Luschnou heät ma’s all scho gricht…” Im seinem Gedicht “Vrschnäppt” beschreibt Hannes Grabher den “warmen” Abbruch eines alten Hauses. Nach der anfänglichen Vermutung der Leute “Dô muoch a Zünzlar oma sin, as briennt scho s’viertmôl hüür …” stellt sich am Ende heraus, dass der Hausbesitzer selbst den Brand gelegt hat und sogar vorsorglich den Rasen gemäht hat: “I han scho dänkt … as geäb an Huufo Lüt.”

Hannes Grabher selbst – so erzählt seine Tochter Sieglinde Fitz-Grabher – wäre in der Nacht ihrer Geburt lieber zu einem Brand im Mähdle geradelt als in Teilenstraße, um die Hebamme zu verständigen.

Auf der Homepage der Lustenauer Feuerwehr findet man ein großartiges, äußerst umfangreiches Einsatz-Archiv, in dem auch “legendäre” Einsätze dokumentiert sind, wie zum Beispiel der Brand des früheren Armenhauses in der Reichsstraße 9 (”Reichs Neun” oder “s’Nüni”). Das Haus wurde 1837 von Ignaz Hämmerle, „Büngers“ und Franziska Vogel  erbaut und war eines der größten Wirtshäuser der Gemeinde. 1848 wurde der „Schwarze Adler“ von der Gemeinde für ein neues Armenhaus gekauft. Das baufällige Gebäude sollte am 15.10.1968 abgebrochen werden, alle Bewohner waren ausgesiedelt. Am 12. Oktober gab es kurz nach Mitternacht (ca. 00h30) Brandalarm – Großeinsatz für die Lustenauer Feuerwehr. Gegen 3.00 Uhr hatte sie den Brand unter Kontrolle, um ca. 10.00 Uhr hieß es dann “Brand aus”. Neben den 50 Mann der Feuerwehr hatten sich ca. 3.000 Zuschauer am Brandplatz eingefunden um das Ende des abbruchreifen Objekts zu sehen, es soll eine „Art Volksfeststimmung“ geherrscht haben.

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Das “Reichs Neun” vorher und nachher … ©Feuerwehr Lustenau

konrad Januar 13, 2010 um 4:25 pm

angeblich wurde ja ausgejasst wer benzin kaufen und wer es anzünden muss. vielleicht kann das hier noch erzählt werden…

Otmar Holzer Januar 25, 2010 um 10:26 am

Sechs Wochen nach meiner Hochzeit wurden wir (Gattin Rosmarie undn Otmar) durch schrilles Sirenengeheule aus dem Bett geholt. Ein Blick – Grosser Feuerschein – As brännt ghöri!!
Ma goht ga louga!
Das Erlebnis dieses Grossbrandes war wirklich einmalig. Auf dem Rheindamm hatte sich eine übergrosse Zahl von LustenauernInnen versammelt. Alle waren natürlich froh, dass dieser “Schandfleck” in Rauch aufging. Irgendjemand hat dann plötzlich angestimmt……..
und plötzlich hallte es aus tausend Kehlen………..”So ein Tag, so wunderschön wie heute…”
Das ist keine Sage, sondern ein Augenzeugenbericht.

Otmar Holzer Januar 25, 2010 um 10:42 am

Die nachstehende Geschichte dazu ist die reine Wahrheit, wurde sie doch von Bürgermeister Robert Bösch, allerdings erst einige Jahre später, erzählt. Das “Alte Armenhaus” an der Reichsstrasse war im Jahre 1968 zum Abbruch bestimmt. Der Bauhof der Gemeinde hatte schon einiges herausgerissen, aber ziemlich ungern wegen der bedenklichen “Hygiene”!
In einer Jasserrunde wurde dann die Idee geboren, man könnte doch diesen Abbruch erleichtern und den “Schandfleck Rouchlin übrgeo!” In dieser Jasserrunde sass auch ein Lustenauer Original: “Krams”. Er schritt dann offensichtlich auch zur Tat, die aber erst einige Jahre später ans Tageslicht kam. “Krams” hatte sich mit seiner Gattin so verstritten, dass diese “Krams” als Brandstifter anzeigte. Ein Höhepunkt der Geschichte kam aber dann noch. Die Versicherung zahlte an die Gemeinde die Aufräumkosten. Allerdings vesuchte nun die Versicherung bei “Krams” im Regresswege diese Kosten wieder hereinzubekommen. “Krams” stellte nun einen Antrag an die Gemeinde, man möge ihm doch einen Beitrag zahlen, da er der Gemeinde die hohen Abbruchkosten erspart habe. In einer Gemeinderatssitzung (ich war persönlich dabei!) meinte dann Bürgermeister Robert Bösch, “Krams” habe ja sachlich mit dem Kostenargument recht, aber die Gemeinde könne natürlich eine Brandstiftung nicht auch noch fördern.

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